Sie sind Unternehmer und alle Ihre Arbeitnehmer erhalten deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von EUR 8,50 pro Stunde? Schnell könnte man meinen das ab 01.01.2015 gültige Mindestlohngesetz (MiLoG) betrifft Sie gar nicht. Leider weit gefehlt! Um die Mindestlohngrenze zukünftig auch prüfen zu können müssen neben dem gezahlten Arbeitslohn auch die dafür geleistete Arbeitszeit bekannt sein. Für die Personengruppen Minijobber, kurzfristige Beschäftigte und Arbeitnehmer der Wirtschaftszweige nach § 2a des Schwarzarbeitergesetzes sind Sie zukünftig verpflichtet den Beginn, das Ende und die Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen und für die Dauer von 2 Jahre aufzubewahren. Diese Aufzeichnungen müssen spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertags erfolgen. Erleichterungen für kleine Unternehmen sind nicht vorgesehen. Lediglich private Haushalte sind von der Aufzeichnungspflicht ausgenommen.

Damit die Aufzeichnungspflichten erfüllt werden, droht der Gesetzgeber nach § 21 Abs. 1 Nr. 7 MiLoG mit einem Bußgeld von bis zu EUR 30.000.

Fazit: Um die Aufzeichnung der Arbeitszeit für die betroffenen Personengruppen kommt kein Unternehmer vorbei. Wenn Sie bisher keine elektronische Zeiterfassung einsetzen, könnte sich das zukünftig allein aus diesen neuen Aufzeichnungspflichten heraus lohnen. Da die Form der Aufzeichnung nicht vorgeschrieben ist kann die Erfassung aber prinzipiell auch auf einem leeren Blatt Papier erfolgen. Von einer Führung der Zeitaufzeichnung mittels einer Tabellenkalkulation oder einer Textverarbeitung ist dringend abzuraten.

Weitere Fragen zum Mindestlohn beantworten wir Ihnen gerne.