In ihren Schreiben veröffentlicht das Bundesfinanzministerium (BMF) laufend neue Vorgaben für die Finanzverwaltung. Sie bestimmen, welche Gesetzesauslegung z.B. ein Prüfer im Rahmen der Betriebsprüfung vertreten wird. Am 14.11.2014 wurden nun die ‚Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff‘ veröffentlicht. Sie werden die GoBS ab 01.01.2015 ersetzen. Man kann diese Veröffentlichung getrost als die Wichtigste der letzten 5 Jahre bezeichnen. Dass das BMF die schon betagten GoBS an die technische Entwicklung angepasst hat und in vielen Details auch viel konkretere Vorgaben macht ist grundsätzlich zu begrüßen. Doch per Saldo gehen mit den neuen Regelungen auch eine Menge Verschärfungen einher. Aus unserer Sicht der wesentlichste Punkt ist die Ausweitung der GoBD auf Einnahme-Überschuss-Rechner. Also auch wenn Sie nicht buchführungspflichtig sind, müssen Sie, sofern Sie überhaupt steuerlich relevante Daten in elektronischer Form vorliegen haben, zukünftig die GoBD einhalten. Vielleicht fragen Sie sich gerade, was passieren würde, wenn Sie bei der neuen GoBD nicht mitmachen wollen? Zum einen gibt es in den Einzelsteuergesetzen eine Reihe von Bußgeldern die bei der Verletzung von Aufzeichnungspflichten auferlegt werden können. Doch das weitaus größere Problem könnte entstehen, wenn die erste Feststellung im nächsten Bericht über die bei Ihnen durchgeführte steuerliche Außenprüfung mit den Worten beginnt: „Die Buchführung ist nicht ordnungsgemäß.“ Damit hat Ihre Buchführung zumindest in Teilen ihre Beweiskraft verloren. Sollte eine elektronische Auswertung Ihre Buchführungszahlen auch noch Unregelmäßigkeiten ausweisen, wird es schwer mögliche Hinzuschätzungen des Finanzamtes abzuwehren. Am besten Sie lassen es gar nicht so weit kommen. Wir beraten Sie gerne zum Thema GoBD und Softwarelösungen im Rechnungswesen. Eine gute Möglichkeit sich dem Thema im Selbststudium zu nähern bietet sich auf der Webseite der DATEV eG.

Für Fragen zu den neuen GoBD stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.