Die am 01.01.2015 in Kraft getretenen GoBD haben viele Unklarheiten des Vorgängers GoBS beseitigt. Aber auch neue Fragen aufgeworfen. Weitreichende Folgen der neuen GoBD hat zum Beispiel die Ausweitung auf die nicht buchführungspflichtigen Steuerpflichtigen. Ein anderer wichtiger Punkt sind die zeitlichen Abläufen bei der elektronischen Verarbeitung („Aufzeichnung“) von Geschäftsvorgängen. Um Überhaupt eine klassische Auftragsbuchführung durch den Steuerberater möglich zu machen, wurde eine Frist bis Ablauf des Folgemonats eingeräumt. Dabei wurde aber auf die in der Praxis häufig vorkommende Quartalsbuchführung bzw. Jahresbuchführungen kein Bezug genommen. Die Steuerberaterkammer des Freitstaates Sachsen hat jetzt ihre Mitglieder in einem Rundschreiben darüber informiert, das jetzt das Landesamt für Steuern und Finanzen in Chemnitz im Rahmen eines sogenannten Klimagesprächs mit Steuerberatern zu diesem Thema Stellung bezogen hat. Demnach ist die Ordnungsmäßigkeit der Aufzeichnung bzw. der Buchführung nur gewahrt, wenn die elektronische Verarbeitung bis zum Ablauf des Folgemonats eines jeden Monats erfolgt. Bei quartalsweiser oder jährlicher Verarbeitung, wie es  in der Praxis häufig anzutreffen ist, liegt demnach ein Mangel bei der Erfüllung der Aufzeichnungspflichten vor. Nach weiteren Angaben der Kammer hält sich die Finanzverwaltung ggfls. unter Berücksichtigung weiterer Umstände des Einzelfalls vor, in diesen Fällen die Aufzeichnungen bzw. Buchführung zu verwerfen. Dann droht dem Steuerpflichtigen Ungemach in Form von Hinzuschätzungen bei Umsatz und Gewinn was zu endgültigen Erhöhung bei der Steuerlast führt.

Die Entscheidung aus Sachsen wird auch vorerst nur Prüfungen betreffen, die in Sachsen durchgeführt werden. Auf Nachfrage bei der Steuerberaterkammer Niedersachsen haben wir erfahren, das dort das Thema bei der nächsten Präsidialsitzung auf der Agenda steht.

Gerade Steuerpflichtige die viele Barumsätze durchführen stehen hier im Fokus der Finanzverwaltung. Werden hier die Geschäftsvorgänge nur quartalsweise oder jährlich beim Steuerberater verarbeitet, sollten Sie eine Umstellung auf eine monatlicher Verarbeitung in Erwägung ziehen.

Unser Tipp: Am besten stellen Sie, falls noch nicht geschehen, gleich auf eine digitale Buchführung wie DATEV Unternehmen online um.

(Quelle: Informationsschreiben der Steuerberaterkammer des Freistaates Sachsen zum Klimagespräch vom 06.05.2015 in Chemnitz)